Jüdisch-muslimische Studiennachmittage
Jüdische und muslimische Ethik in der Praxis
Veranstalter: Stuttgarter Lehrhaus – Zentrum für interreligiösen Dialog in Kooperation mit der AG Wege
Wie gehen Judentum und Islam mit existenziellen Lebensfragen unserer Zeit um?
Die jüdisch-muslimischen Studiennachmittage 2026 laden dazu ein, zentrale ethische Herausforderungen aus jüdischer und muslimischer Perspektive gemeinsam zu reflektieren – theologisch fundiert, dialogisch organisiert und praxisnah orientiert. Im Mittelpunkt stehen Fragen rund um Körper, Leben, Verantwortung, Selbstbestimmung, Seelsorge und Trauer.
Mit dieser Reihe setzen wir die erfolgreiche Veranstaltungsreihe der vergangenen Jahre fort. Diese Reihe befasst sich mit lebensnahen und alltäglichen Themenbereichen. Es werden jüdische und muslimische Perspektiven auf zentrale ethische und existenzielle Fragen des Lebens gemeinsam reflektiert.
Die Moderation übernimmt Pfarrer Jochen Maurer.
Mitwirkende Referenten sind Dr. Mahmoud Abdallah und Rabbiner Dr. Josh Ahrens.
Themen:
1. Studiennachmittag: Ethische Fragen am Lebensende: Organspende und Patientenverfügung
Wie verstehen Judentum und Islam die Würde und Unversehrtheit des menschlichen Körpers?
Der Auftakt widmet sich der religiösen Bedeutung des menschlichen Körpers. Im Zentrum stehen jüdische und islamische Vorstellungen von Körperwürde, Lebensschutz und Verantwortung am Lebensende. Diskutiert werden Organspende, Patientenverfügungen sowie ethische Entscheidungsfindung in Grenzsituationen zwischen Lebensverlängerung und Sterbebegleitung.
2. Studiennachmittag: Abtreibung und stille Geburt – Zwischen Lebensschutz, Notlagen und religiöser Verantwortung
Dieser Studientag greift ein besonders sensibles Feld religiöser Ethik auf. Ausgehend von klassischen Quellen und gegenwärtigen Auslegungen werden jüdische und muslimische Positionen zu Schwangerschaftsabbruch, medizinischen Indikationen und dem Umgang mit stiller Geburt vorgestellt.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf seelsorglicher Begleitung und dem Spannungsfeld zwischen religiöser Norm und individueller Lebenssituation.
3. Studiennachmittag: Sexuelle Vielfalt und religiöse Verantwortung – Zwischen theologischer Tradition, ethischer Reflexion und seelsorglicher Praxis
Wie gehen jüdische und muslimische Traditionen heute mit sexueller Orientierung und Vielfalt um? Im Gespräch stehen klassische religiöse Texte, zeitgenössische Auslegungen sowie aktuelle seelsorgliche Erfahrungen. Im Mittelpunkt steht das Spannungsfeld zwischen der Bindung an die religiöse Überlieferung und der Verantwortung gegenüber dem einzelnen Menschen in seiner konkreten Lebenswirklichkeit.
4. Studiennachmittag: Körperliche Unversehrtheit und Schönheitsoperationen – Körperbild, Selbstoptimierung und religiöse Ethik
Dieser Studientag reflektiert moderne Formen der Körpergestaltung aus jüdischer und muslimischer Perspektive. Thematisiert werden kosmetische Eingriffe, medizinische Indikationen sowie ethische Fragen nach Selbstbestimmung, gesellschaftlichem Druck und den Grenzen religiös verantworteter Selbstsorge.
5. Studiennachmittag: Seelsorge, Trauerbegleitung und Begräbniskultur – Religiöse Praxis im Umgang mit Tod und Verlust
Der abschließende Studiennachmittag findet bewusst in Präsenz statt. Im Mittelpunkt stehen seelsorgliche Praxis, Trauerbegleitung und Begräbniskulturen im Judentum und im Islam. Neben theologischen Impulsen werden praktische Erfahrungen, Fallbeispiele und Raum für Austausch eine zentrale Rolle spielen.
Termine
19.04.2026
| 15:00
– 18:00
Online via Zoom
1. Studiennachmittag
03.05.2026
| 15:00
– 18:00
Online via Zoom
2. Studiennachmittag
31.05.2026
| 15:00
– 18:00
Online via Zoom
3. Studiennachmittag
28.06.2026
| 15:00
– 18:00
Online via Zoom
4. Studiennachmittag
25.10.2026
| 15:00
– 18:00
Stuttgarter Lehrhaus
Rosenbergstr. 192, 70193 Stuttgart + via Zoom