Das Stuttgarter Lehrhaus
Zentrum für interreligiösen Dialog
Das Stuttgarter Lehrhaus wurde 2009 aus der Überzeugung heraus gegründet, dass interreligiöser Dialog mehr sein muss als Begegnung oder höflicher Austausch. Inspiriert vom klassischen Lehrhaus-Gedanken verstand insbesondere Karl-Hermann Blickle († 2022) das Lehrhaus als einen Ort des gemeinsamen Lernens: Texte lesen, Fragen stellen, Widersprüche aushalten und einander ernst nehmen – ohne vorschnelle Harmonisierung, aber mit gegenseitigem Respekt. Gemeinsam mit Meinhard Tenne († 2015) und Lisbeth Blickle wurde dieser Gedanke in Stuttgart institutionell verankert. Lisbeth Blickle ist die aktuelle Vorsitzende.
Der Lehrhaus-Gedanke prägt die Arbeit des Stuttgarter Lehrhauses bis heute: Dialog entsteht hier nicht aus dem Anspruch, Recht zu behalten, sondern aus der Bereitschaft, voneinander zu lernen. Als Zentrum für interreligiösen Dialog ist das Stuttgarter Lehrhaus ein Ort des jüdisch-christlich-muslimischen Trialogs. Es schafft Räume, in denen religiöse Traditionen in ihrer Eigenständigkeit sichtbar bleiben und zugleich ins Gespräch miteinander treten. Grundlage aller Arbeit sind Gleichberechtigung, Respekt und der Dialog auf Augenhöhe.
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Spendenkonto Stuttgarter Lehrhaus
Volksbank Stuttgart eG
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In den Jahren 2025/26 wurde die Trägerschaft des Lehrhauses neu geordnet. Die Stiftung Stuttgarter Lehrhaus für interreligiösen Dialog wurde aufgelöst; die inhaltliche Arbeit wird seither von BLICKWEITE als neuem Träger fortgeführt. Ziel dieser Neustrukturierung ist es, die gewachsene Arbeit des Lehrhauses zu sichern und zugleich zukunftsfähig weiterzuentwickeln.
Das Stuttgarter Lehrhaus organisiert ein breites Spektrum an Bildungsformaten: Vorträge, Lernkreise, Seminare, Studiennachmittage und Gesprächsreihen finden in Präsenz und digital statt. Die Programme entstehen in Kooperation mit interreligiösen Partnerorganisationen, religiösen Gemeinden und Bildungseinrichtungen. Dabei greift das Lehrhaus auf langjährige Netzwerke im deutschsprachigen Raum zurück und steht zugleich im Austausch mit Lernorten und Dialoginitiativen in Israel und Jerusalem.
Die inhaltliche Umsetzung der Arbeit verantwortet seit 2016 Hasan Dadelen als Projektleiter gemeinsam mit dem Vorstand. Das Stuttgarter Lehrhaus versteht sich dabei nicht nur als Veranstalter, sondern als Plattform für gemeinsames Denken und Lernen. In diesem Sinne wird der Lehrhaus-Gedanke nicht bewahrt, sondern weitergeführt – als lebendige Praxis interreligiöser Verständigung in einer pluralen Gesellschaft.
Projektleiter und Ansprechpartner
„Interreligiöser Dialog beginnt nicht beim Relativieren des eigenen Glaubens, sondern dort, wo ich ihn so ernst nehme, dass im Herzen meiner Überzeugung Platz für den anderen bleibt.“
Hasan Dadelen ist muslimischer Bildungsreferent und Programmverantwortlicher des Stuttgarter Lehrhauses. Kurz nach dessen Gründung stieß er zum Lehrhaus hinzu und bildet seither die islamische Komponente innerhalb der jüdisch-christlich-muslimischen Trialogarbeit. In enger Zusammenarbeit mit dem Vorstand verantwortet er die inhaltliche Konzeption und Umsetzung des Programms.
Geboren 1982 bei Stuttgart als Nachkomme türkisch-muslimischer Gastarbeiter, studierte er Lehramt für Geschichte, Politikwissenschaft und islamische Religionspädagogik. Früh verband er historische und politische Bildung mit theologischer Reflexion und interkultureller Praxis.
Im Stuttgarter Lehrhaus wirkt Hasan Dadelen als muslimischer Referent mit eigenen Vorträgen und Studienformaten zu Themen wie Islam in Deutschland, jüdisch-muslimische Beziehungen, interreligiöser Dialog sowie Antisemitismus unter Muslimen. Ein Schwerpunkt seiner Arbeit ist die Sensibilisierung von Menschen mit Migrationshintergrund für die deutsche Erinnerungs- und Gedenkkultur. In diesem Zusammenhang engagiert er sich unter anderem in der Initiative Alte Synagoge Hechingen e. V., wo er Führungen für muslimische Gruppen anbietet und für historische Verantwortung und Gegenwartsbezüge sensibilisiert.
Darüber hinaus ist er Vorstandsmitglied bei Haus Abraham e. V. in Stuttgart sowie im Verein der Freunde Ramallahs und engagiert sich im Verein Ehemalige Synagoge Heinsheim. Zudem ist er Mitglied im Abrahamischen Forum in Deutschland – einem bundesweiten Netzwerk jüdischer, christlicher und muslimischer Persönlichkeiten, die sich für interreligiöse Verständigung und gesellschaftlichen Zusammenhalt einsetzen. Sein Wirken ist getragen von der Überzeugung, dass religiöse Identität und gesellschaftliche Verantwortung nicht im Widerspruch stehen, sondern einander verpflichten.
Neben seiner Bildungsarbeit entwickelt und moderiert er interreligiöse Podcastformate – darunter die Reihe „Bibel und Koran im Dialog“ – und verantwortet die publizistischen Beiträge und Blogtexte des Lehrhauses. In diesen Formaten verbindet er theologische Vertiefung mit gesellschaftlicher Analyse und trägt dazu bei, den Trialog auch in den sozialen Medien weiterzuführen.
Vorstand / Projektverantwortliche
Erfahren Sie mehr die Geschichte des Stuttgarter Lehrhauses und über die Gründer.